... nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Galater 5,1 (L)
Ein ganz aktueller Vers, gerade jetzt und heute. Aber gehen wir fast 2000 Jahre zurück, als Paulus den Galaterbrief geschrieben hat. Er war an die Gemeinden in Galatien, einem Gebiet im Inneren von Kleinasien, der heutigen Türkei, gerichtet.
Paulus hatte die Gemeinden in Galatien auf seiner 2. Missionsreise gegründet und besuchte diese auf seiner 3. Reise nochmals. Es handelt sich um heidenchristliche Gemeinden. Aber nicht lange nach der Gründung sah Paulus diese Gemeinden in Gefahr, sich von Irrlehrern verleiten zu lassen. Diese meinten, man müsse, um „richtig“ Christ sein zu können, auch nach dem jüdischen Lebensgesetz, der Tora, leben und sich beschneiden lassen. In großer Sorge schrieb Paulus einen Brief an die Gemeinden, um darin das von ihm verkündigte gesetzesfreie Evangelium zu rechtfertigen und seine Glaubensgeschwister zum rechten Wandel im Geist der christlichen Freiheit anzuleiten.
Die Menschen dort in Kleinasien lebten vor 2000 Jahren wahrscheinlich in kleinen Dörfern oder Gemeinschaften. Paulus kam zu ihnen, um ihnen von Jesus zu erzählen, um zu missionieren. Die Menschen sollen Gott lieben und die 10 Gebote halten, aber ebenso wichtig ist das Gebot, das Jesus betont hat: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wer seinen Nächsten liebt oder zumindest respektiert und annimmt, der wird ihm auch nichts Böses antun.
In Jesus wird Gottes Liebe sichtbar. Wer an ihn glaubt, kann erfahren: Gott sieht seine Geschöpfe mit Augen der Liebe an. Paulus bringt den Menschen mit seiner Mission eine neue innere Freiheit. Auch wenn sie weiterhin ihrem Herrn oder König dienen müssen, sind sie im Glauben befreit. Befreit durch einen lebendigen Gott und einen auferstandenen Jesus Christus.
Wir haben Oktober. In diesem Monat feiern wir den Reformationstag. Mein Blick fällt auf Martin Luther, der Pfarrer in Wittenberg war. Er prangerte besonders die Ablassbriefe in der Kirche an, mit denen sich die Menschen Sündenvergebung und Freiheit erkaufen konnten. „Wenn der Groschen in der Kiste klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Dieser Spruch wird immer wieder im Zusammenhang mit dem Ablassprediger Johann Tetzel genannt. Aber nur Gott kann Sünden vergeben. Mit der Reformation hat Luther die Menschen seiner Zeit vom Ablass befreit.
Und hier und heute:
Wir leben in einem freien Staat, in einer Demokratie. Wir dürfen sagen und tun, was wir möchten, solange wir nicht anderen Menschen, die mit uns leben, schaden. Dieser Freiheit sollten wir uns bewusst sein und sie schützen und verteidigen, wo sie gefährdet ist.
Gebet
Lieber Gott!
Wir danken dir für deinen Schutz und deine Güte.
Danke, dass wir in einem Land leben,
in dem wir frei unsere Meinung sagen dürfen.
Danke, dass wir keine Angst vor Verfolgung haben müssen.
Bitte mache unser Volk stark, dass es auch so bleibt.
Öffne uns die Augen, dass wir erkennen,
wo die Freiheit des Einzelnen bedroht ist. Amen.
Segen
Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Lieder
EG 362 Ein feste Burg ist unser Gott
EG 65 Von guten Mächten wunderbar geborgen
Nachricht
01.10.2026
Kategorie: Andacht
