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01.09.2026 Kategorie: Andacht

Andacht September 2026

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Kohelet 4,6 (L)

Liebe Frauenhilfsschwestern,
zusammen mit noch vielen weiteren Ratschlägen für das tägliche Leben, die das gesamte Buch Kohelet enthält, gibt uns der Prediger in diesem Wort Hinweise für unser Tun und Handeln. Das Buch umfasst zwölf Kapitel und dieses vierte fällt laut Inhaltsverzeichnis unter die Rubrik „Ungerechtes und Sinnloses“.

Sinnlos erscheint dem Ratgeber das ständige Bemühen der Menschen um weltliche Dinge. Deshalb empfiehlt er, sich nicht weiter zu plagen, sondern eine ruhige Hand zu bewahren und nicht mit den Fäusten etwas erreichen zu wollen, denn dies ist so, als wollte man den Wind fangen. Die ruhige Hand bedeutet sicher nicht, dass sie in den Schoß gelegt werden soll, sondern auch sie kann viel bewegen ohne Gewalt und Mühe, aber mit Geduld und Gelassenheit.

In weiteren Versen legt der Prediger nahe, lieber zu zweit oder mehreren zusammenzustehen, weil auf die Art vieles leichter zu erreichen ist. Da fällt mir natürlich sofort unsere Frauenhilfe ein: Die Gemeinschaft stärkt uns, in der Gruppe können wir Projekte anstoßen und uns gegenseitig eine Stütze sein, außerdem schwindet so die Einsamkeit, die der Prediger ebenfalls als schlecht erkannt hat.
„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“

Wenn man an die Worte Jesu im Neuen Testament denkt, scheint er diese Worte aus dem Alten Testament auch verinnerlicht zu haben. Im Rahmen der Bergpredigt erzählt er von den Lilien auf dem Felde und den Vögeln unter dem Himmel. Und er erklärt hier den Menschen, dass es nicht nötig ist, sich um weltliche Dinge zu sorgen, sondern dass einzig das Trachten nach dem Reich Gottes sinnvoll ist, denn Gott wird sich um alles kümmern.

Auch, wenn es uns manchmal schwer fällt, können wir versuchen uns an dieser Weisheit zu orientieren und unser Leben entsprechend zu gestalten. Dazu möge uns Gott die Kraft geben.

Gebet
Guter Gott, wir danken dir,
dass du uns immer wieder Rat in deinem Wort schenkst
und uns ermutigst, danach zu handeln.
Schenke deine Weisheit uns allen,
den Frauenhilfsschwestern, 
den Menschen, die uns täglich begegnen
hier in unserer Kirche, in unserem Land
und auf der ganzen Welt. Amen.

Segen
Es segne und behüte, leite und begleite uns der allmächtige und
barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lieder
EG 324,1.13.16-18 Ich singe dir mit Herz und Mund
EG 334 Danke

Beitrag von Kirsten Friesland, Vorsitzende des Kreisverbandes Braunschweig Land