Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. Deuteronomium 26,11 (E)
Liebe Frauenhilfsschwestern,
dieser Monatsspruch ist eingebettet in die letzten Ansprachen Moses an das Volk, das in das gelobte Land ziehen darf. Ihm, Mose, bleibt es versagt. Er erinnert das Volk an das, was es erlebt hat und was von Gott gewollt ist.
Dieser Bibeltext kommt daher wie die zehn Gebote. Du sollst … Du sollst ist immer schwer verdaulich, es klingt eine Weisung mit, obwohl an dieser Stelle des Textes Einsicht beim Hörer gefragt wäre. In einem Gottesdienst hörte ich einmal, dass dieses „du sollst“ auch mit „du wirst“ übersetzt werden könnte. Dann hieße der Text: Du wirst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. Das hört sich für mich gleich viel positiver an.
Ganz besonders dankbar bin ich, dass ich mein ganzes bisheriges Leben nicht in einem Kriegsgebiet leben musste. Deshalb wünsche ich den Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt Frieden.
Sind wir in allem, was uns begegnet, fröhlich und zugleich dankbar? Ich glaube nicht. Manchmal können wir erst im Nachhinein auch die dunklen Seiten unseres Lebens dankbar betrachten und erkennen, dass sie uns wachsen ließen. Der Schmerz über einen Verlust kann sich viel später in Freude verwandeln und lässt uns dankbar sein. Meine 96jährige Mutter erinnert sich noch immer mit Dankbarkeit an ihr erstes Kind, das im Alter von zehn Monaten verstarb.
Leichter fällt uns das Danken in den Glücksmomenten unseres Lebens. Aber wie sieht es in den kleinen Glücksmomenten aus? Die grüne Ampel an der Kreuzung mit der längsten Rotphase. Der freie Parkplatz ganz nah am Ziel, wenn Eile geboten ist. Die offene Schranke, die sonst häufig die Straße sperrt. Ich habe mir angewöhnt, auch dann ein „Dank dir, Gott“ zu sagen. Ich denke an unsere gesunden Kinder und Enkelkinder – nichts ist selbstverständlich. Danke, dass wir sie haben und erleben dürfen. Danke für die vielen Impulse, durch Erlebnisse, Bücher und Menschen.
Für was können Sie, liebe Frauenhilfsschwestern, danken? Nehmen Sie sich ein wenig Zeit es aufzuschreiben. Vielleicht gelingt es ihnen, neue Strophen zu dem Lied „Danke“ (EG 334) zu finden, die Sie dann gemeinsam singen könnten.
Impuls und Notizen (Stifte und Zettel zu Beginn austeilen)
Worüber freuen Sie sich?
Wofür danken Sie?
Was ist das Gute, das Gott Ihnen geschenkt hat?
Gebet
Gott schenke uns Achtsamkeit,
wirke durch uns für den Frieden
begleite und stärke uns. Amen.
Segen
Gottes Segen sei mit uns in den hellen und dunklen Momenten
unseres Lebens.
Christi Liebe umhülle uns wie ein wärmender, schützender Mantel.
Der Heilige Geist erfülle uns mit Dankbarkeit. Amen.
Lieder
EG 333 Danket dem Herrn!
EG 334 Danke für diesen guten Morgen
WGT 2011 Chile (S. 10) Ich danke dem Leben
