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01.01.2026 Kategorie: Andacht

Andacht Januar 2026

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem ....

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Deuteronomium 6,5 (E)

Zum Jahresbeginn fangen wir wieder an, gute Vorsätze zu fassen. Was habe ich mir nicht schon alles vorgenommen: Mehr Sport, gesünder essen, weniger hetzen, mehr Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind. Manchmal hält die Motivation dafür ein paar Wochen, manchmal nur wenige Tage. Dann ist der Alltag wieder stärker – und Ende Januar verlieren sich die Vorsätze wieder.

Und in dieser Zeit begegnet uns der obige Vers aus dem Deuteronomium. Er gehört auch zum „Schma Jisrael“, dem jüdischen Glaubensbekenntnis: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ Dreimal am Tag wird es gebetet – damit die Mitte des Glaubens nicht verloren geht. Direkt daran schließt sich das Gebot an: Gott lieben mit Herz, Seele und Kraft. Könnte das ein Vorsatz für das neue Jahr sein, der sich nicht verliert?

Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz groß und anspruchsvoll – vielleicht sogar zu groß. Ein Maßstab, dem niemand gerecht werden kann. Aber er ist kein drohender Zeigefinger. Er ist eine Einladung zur Ausrichtung. Nicht die Angst, zu versagen, steht dahinter, sondern die Chance, in unserem Leben immer wieder die Liebe zu Gott zu entdecken und uns darauf auszurichten. Mit unserem ganzen Sein: mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all unserer ganzen Kraft.

Wie aber kann man ein „Gebot der Liebe“ leben? Liebe lässt sich nicht befehlen. Unsere Liebe zu Gott soll auch nicht aus dem Nichts heraus plötzlich da sein. Sie ist vielmehr eine Antwort: Wer erfahren hat, dass Gott uns annimmt mit Herz und Seele, darf sich ihm anvertrauen. Wer Gott als sein Fundament hat, der kann mit ganzem Herzen glauben – das bedeutet nicht perfekt, aber aufrichtig. Mit ganzer Seele lieben – nicht mit einem Zwang, sondern so gut wir es können. In dem Vertrauen darauf, dass alles Tun aus Gottes Kraft kommt.

So ist das Erinnern an den Vorsatz, Gott zu lieben, zugleich eine Erinnerung an seine Liebe zu uns. Wer Gott liebt, findet Orientierung, Halt und Sinn. Es verändert unseren Blick auf die Welt, unsere Haltung im Alltag und unsere Beziehung zu den Menschen um uns herum. Diese Liebe stärkt uns und lässt uns im Vertrauen wachsen.

Vielleicht ist dieser Vers ein Vorsatz, der länger währt. Ein Vorsatz, an den man öfter denkt. So wie das „Schma Jisrael“ dreimal am Tag erinnern will. Der Vorsatz kann sich nicht Ende Januar verlieren und er kann auch nicht am Jahresende „abgehakt“ werden. Die Liebe zu Gott darf immer wieder neu beginnen – an jedem Morgen, in jedem Gebet, in jeder Begegnung. Ein Vorsatz, der nicht unter Druck setzt, sondern der trägt. Ein Weg, der uns nicht erschöpft, sondern der uns mit Leben füllt.

Gebet
Gott,
du rufst mich in deine Nähe
und lädst mich ein, dich zu lieben
mit meinem ganzen Herzen,
mit meiner Seele und mit aller Kraft.
Oft fühle ich mich schwach
und meine Liebe ist unvollkommen –
doch du liebst mich zuerst.
Lass aus deiner Liebe meine Antwort wachsen,
damit ich jeden Tag neu mit dir lebe.
Amen.

Segen
Der Herr erfülle dein Herz mit seiner Liebe,
damit du aus ihr leben kannst.
Er stärke deine Seele mit Vertrauen,
damit du dich sicher in seiner Nähe weißt.
Er gebe dir Kraft für jeden neuen Tag,
damit du deinen Weg in seinem Licht gehst.
So segne und begleite dich der liebende Gott –
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lieder
EG 611 Gottes Liebe ist wie die Sonne
EG 613 Liebe ist nicht nur ein Wort
Freitöne 43 Meine Hoffnung und meine Freude 

Beitrag von Evelyn Samwer, Vorsitzende der Ev. Frauenhilfe Landesverband Braunschweig e.V.